Prof. Dr. Hasan Ozgur Ozdemir

Bandscheibenvorfall

Startseite / Spezialitäten / Bandscheibenvorfall

Bandscheibenvorfall

Was ist ein Bandscheibenvorfall?

Es tritt auf, wenn der Knorpel zwischen den Wirbeln in der Lendenwirbelsäule reißt und die aus dem Rückenmark austretenden Nerven komprimiert. Es äußert sich zunächst in starken Rückenschmerzen, die dann in die Beine ausstrahlen.

Bei Patienten, deren Schmerzen trotz Bettruhe und der Einnahme bestimmter Schmerzmittel anhalten, deren soziales Leben beeinträchtigt ist und die eine Gehlähmung entwickeln, verbessern sich die chirurgischen Eingriffe heute rapide, sodass die Patienten schnell in ihr früheres Leben zurückkehren können. Bei verzögerter Behandlung können Schmerzen und Lähmungen dauerhaft werden.

Anatomie der Taille

Die Wirbelsäule weist drei natürliche Krümmungen auf: Nacken, Rücken und Taille.

  • Durch diese Krümmungen wird unsere Wirbelsäule möglichst wenig belastet und kann sich flexibel bewegen.
  • Die Lendenwirbelregion besteht aus 5 Wirbeln und dem Kreuzbein.
  • Die Wirbel überlappen sich und bilden den Wirbelkanal, durch den das Rückenmark und die Nerven verlaufen.
  • Die Wirbelsäule schützt das Rückenmark und die Nerven und ermöglicht unserem Körper die Bewegung.
  • Die Wirbel werden durch Polster zusammengehalten, die vorne als „Bandscheiben“ und hinten als „Facettengelenke“ bezeichnet werden.
  • Bandscheiben sind eigentlich gallertartige Stoßdämpfer, die verhindern, dass die Wirbel aneinander reiben.

Die Funktion der Bandscheiben besteht darin, die beim Gehen, Sitzen und Heben auftretenden Stöße abzufedern und durch eine gleichmäßige Entlastung der Wirbel das Gewicht ausgewogen auf die unteren Ebenen zu übertragen.

Die Wirbel sind von hinten durch zwei Facettengelenke miteinander verbunden.

Jede Bandscheibe besteht aus zwei Teilen: einer äußeren Schicht, die aus starken Fasern besteht, und einer weichen, geleeartigen Innenschicht. Die robuste Außenschicht schützt die weiche, geleeartige Innenschicht und ermöglicht flexible Bewegungen. Zusätzlich zu diesen Strukturen wird die Wirbelsäule durch Bänder und Muskeln gestützt. Bänder sind starke Bänder, die die Bandscheiben und Wirbel an ihrem Platz halten. Muskeln steuern die Bewegung, stützen die Wirbelsäule und sorgen für Stabilität.

Das Rückenmark ist für die Übertragung von Befehlen vom Gehirn an den Rest des Körpers verantwortlich. Es endet im oberen Lendenbereich und gibt Nervenäste an die Beinmuskulatur, die Blase und die Genitalien ab. Diese Nerven sorgen für Bewegung und Empfindung in den Beinen, für Urinieren, Stuhlgang und die Sexualfunktion.

Wie entsteht ein Bandscheibenvorfall?

Neben vielen äußeren Faktoren, wie dem Heben schwerer Lasten oder ungünstigen Bewegungen, spielen auch persönliche Faktoren eine wesentliche Rolle bei der Entstehung eines Bandscheibenvorfalls. Manche Menschen heben 120 kg und verspüren keine Beschwerden, andere heben bereits 5 kg und erleiden einen Bandscheibenvorfall.

Einer der Hauptfaktoren, die den Menschen betreffen, ist die Degeneration des Knorpels zwischen den Wirbeln, der sogenannten Bandscheibe. So wie nichts im Universum dem Zufall überlassen ist, folgt auch die Ernährung der Bandscheibe einem bestimmten Plan und Zeitplan. Bestimmte Substanzen passieren bestimmte Bereiche der Bandscheibe. Mit zunehmendem Alter nimmt jedoch die Anzahl der Gefäße, die die Bandscheibe versorgen, ab und verschwindet nach etwa acht Jahren vollständig. Ab diesem Alter erfolgt die Ernährung der Bandscheibe durch Diffusion.

Der Wassergehalt der Bandscheiben nimmt ab der Kindheit allmählich ab. Während der Wassergehalt einer fetalen Bandscheibe 90 lTP3T beträgt, sinkt er bei Kindern auf 80 lTP3T und bei Erwachsenen auf 50-60 lTP3T. Infolgedessen schrumpft die Bandscheibe allmählich und nimmt an Höhe ab.

Dies geht mit Nährstoffmängeln, mikroskopischen und chemischen Veränderungen sowie einer Degeneration durch mechanische Kräfte einher, die auf die Bandscheibe einwirken. Die Menge an Sauerstoff und Nährstoffen, die in die Bandscheibe gelangt, nimmt allmählich ab, was die Ausscheidung von Stoffwechselabfallprodukten erschwert. Mit der Zeit verliert die Bandscheibe ihre Elastizität und kann die Kraft nicht mehr übertragen und gleichmäßig auf das umliegende Gewebe verteilen.

Auch die Anzahl der Stützzellen in der Bandscheibe, die Reparaturfunktionen übernehmen, nimmt mit zunehmendem Alter ab. Die Reparatur wird weniger effektiv. Bei übermäßigem Druck auf Mikrorisse oder bei einem Fehler kann der weiche innere Teil der Bandscheibe leicht die umgebende Kapsel zerreißen und hervortreten, was zu einem Bandscheibenvorfall führt. Sobald die Vorarbeit geleistet ist, braucht es den letzten Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt, beispielsweise das Heben eines leichten Gegenstands oder einfaches Husten.

Welche Patienten sollten operiert werden?

Wenn ein Patient mit einer konservativen, nicht-chirurgischen Behandlung weiterhin zu kämpfen hat, aber weiterhin anhaltende Schmerzen hat, die seine Lebensqualität natürlich beeinträchtigen, kommt er für eine Operation in Frage. Es besteht keine Notwendigkeit, dass er oder seine Angehörigen ständiges Leiden ertragen müssen.

Manche Patienten erholen sich zwar durch konservative Behandlung, erleiden aber nach einiger Zeit einen Rückfall. Mal besser, mal schlechter. Manche Betroffene leiden jahrelang unter diesem Zustand. Jeder Rückfall beeinträchtigt ihr Berufs-, Familien- und Sozialleben erheblich und führt praktisch zum Erliegen. Diese Patienten haben oft große Angst vor einer Operation. Eine Operation wird oft bei Patienten in Erwägung gezogen, deren Bandscheibenvorfälle häufig wiederkehren und deren Produktivität und Arbeitsqualität deutlich reduziert sind, was ihren normalen Tagesablauf wochenlang beeinträchtigt. Diesen Patienten sollte die Ursache ihrer Beschwerden ausführlich erklärt werden, und die Entscheidung für eine Operation sollte ihnen selbst überlassen werden.

Manche Patienten leiden unter Rücken- und Beinschmerzen sowie Taubheitsgefühlen, Schwächegefühlen und einer Schwächung und Ausdünnung der Beinmuskulatur. Dieser Zustand verschlechtert sich ständig. Eine Verschlechterung dieser Beschwerden sollte verhindert werden, und die Notwendigkeit einer Operation sollte den Patienten erklärt werden.

Notfallchirurgie

Treten bei einem Patienten mit einem Bandscheibenvorfall Symptome wie Harn- und Stuhlunfähigkeit, Taubheitsgefühle im After- und Genitalbereich oder Lähmungen in den Beinen auf, ist eine Notoperation erforderlich. Stunden, ja sogar Minuten, sind bei einem solchen Patienten entscheidend. Selbst mitten in der Nacht muss sofort operiert werden, um die Nerven zu entlasten.

Die Annahme, dass ein Bandscheibenvorfall von selbst heilt, wenn man abwartet, trifft nicht auf jeden Patienten zu. Unsere langjährige Erfahrung zeigt, dass eine erfolgreiche Operation die Genesungszeit verkürzt und die Patienten in der Regel schneller wieder ins Berufsleben zurückkehren.

Telefonsymbol Jetzt anrufen WhatsApp-Symbol WhatsApp Symbol „Frage stellen“ Eine Frage stellen